WORTBEITRÄGE

Ohne Zweifel werden wir am Samstag eine ganze Menge Spaß haben, das Tanzbein schwingen und uns das oder andere Mal fröhlich zuprosten.
Doch wir sind uns auch bewusst, dass viele Menschen momentan leider nicht die Möglichkeit haben, so ausgelassen und lebensfroh zu sein.

Deshalb soll das Herzblick Festival auch Bühne sein für ein ernstes Thema:
Wir wollen auf die prekäre Lage an den europäischen Außengrenzen und das binneneuropäische Grenzregime aufmerksam machen. Im öffentlichen und medialen Diskurs ist die Situation im Mittelmeer oder auf der Balkanroute leider kaum noch präsent. Und das, obwohl die unmenschliche und völkerrechtswidrige EU-Grenzpolitik täglich tausende Menschen unter unwürdigen Umständen in Lagern leben lässt, Familien trennt und Menschenleben fordert.

WORTKUNST

Einige ganz fantastische Wortkünstler_innen haben dieses Thema in ihren Texten kreativ verarbeitet und werden sie uns auf der Bühne zwischen den Musikacts präsentieren. Wir freuen uns auf:
Joscha Bär, Jörg Rukowina, Lea Merz, Paula Kemp, Charlie und Furat Abdulle.

JOSCHA BÄR

Mit seiner Gitarre malt Joscha Bär Bilder, die tief blau sind und rote Funken sprühen. Dabei nimmt er die Zuhörer mit in bekannte und unbekannte Welten und lässt sie am Ende des Abends mit einer wohligen Gänsehaut zurück.

JÖRG RUKOWINA

Jung und kritisch,
ein Mainzer Student,
ist manchmal politisch,
zeigt, wo’s noch klemmt.

LEA MERZ

„Ich schreibe um zu verstehen, zu verbinden und zu bewegen. Ich will aus Worten Brücken bauen und Steine ins Rollen bringen oder manchmal auch nur ein paar Menschen ein Lächeln schenken.“

PAULA KEMP

Paula liest aus ihrem Buch „Maroccan Rhapsody“. Ihre Protagonistin begibt sich auf einen Roadtrip nach und durch Marokko und scheitert auf dieser Reise nicht alleine an der Sprache.

CHARLIE

Charlie erlebt sehend, fühlend und denkend die Welt und fasst ihre EinDrücke ab und zu in – mal daherkrakselnde, mal ganz zutreffende – Worte. Anlässlich des Festivals möchte sie einen Herzblick wagen.

FURAT ABDULLE

Sie schreibt, um sich zu befreien.

VORTRAG

Außerdem wird Gerhard Trabert am Nachmittag in einem kurzen Vortrag seine Erlebnisse an Europas Außengrenzen und im Mittelmeer mit uns teilen.

In seinem Facebookprofil schrieb er gerade:

Was sind die Erkenntnisse aus meiner Trilogie-Aktion
(Juni: Nordsyrien Kobané /Juli: Nordirak Mosul / August: Griechenland Lesbos/Athen):
„Des nicht vergessen Dürfens und Handeln Müssens“:

Die Situation, von auf der Flucht sich befindenden Menschen, ist weiterhin oft katastrophal. Europa und in diesem Staatenverbund Deutschland, haben es geschafft dieses Thema weitestgehend zu verharmlosen. Das Leid, das Sterben, der Tod findet vor der Haustür Europas statt, quasi unter Ausschluss der europäischen Öffentlichkeit. Die Flüchtlingslager in Nordsyrien und im Nordirak sind überfüllt, die Versorgung oft nur minimal möglich. Viele geflüchtete Menschen leben obdachlos und mittellos in diesen Ländern. Besonders auch in der Türkei und sehr wahrscheinlich auch in Griechenland! Im Mittelmeer werden Hilfsorganisationen kriminalisiert und der Tod von Tausenden Bootsflüchtlingen billigend in Kauf genommen.

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